Wellenreiten in Raglan

Sonntag, 21.04.2013

Der Linienbus brachte mich zu meinem letzten Stopp vor Auckland: Die Surferstadt Raglan! Mein Ziel war einfach nochmal zwei entspannte Tage haben und mich mal auf dem Surfbrett austesten.

Obwohl es wieder zwei regnerische Tage waren, ist mir beides gelungen. Nachdem ich in Raglan ausgestiegen und in meinem kleinen Hostel eingecheckt, ging ich auf einen kleinen Spaziergang, was schlussendlich meine einzige wirkliche Aktivität des Tages war. Dafür lernte ich viele andere Hostelbewohner kennen und wir hatten einen lustigen Abend.

Sicht aus dem Hostel in Raglan

Am nächsten Tag goss es mal wieder aus Eimern. Bruno und Wiebke, die ich eben Hostel kennengelernt habe, und ich wollte trotzdem surfen gehen. Man wird ja so oder so nass. Also haben wir uns im Hostel jeweils ein Surfbrett und ein Wetsuit ausgeliehen und sind dann mit dem sogenannten Surfauto zum Strand gefahren.

Für uns alle war es mehr oder weniger da erste Mal. Nur mit einer kurzen Erklärung im Trockenen stürzten wir uns dann in die Wellen. Es lief erstaunlich gut. Nach einer halben Stunde stand ich zum ersten Mal für eine relativ lange Zeit auf dem Brett und habe eine Welle geritten. Den andern ging es genauso. Klar haben wir nur Anfängerbretter benutzt, bei denen Erfolgsergebnisse schnell eintreten, trotzdem waren wir stolz!

Doch Surfen ist deutlich anstrengender als es aussieht. Als wir dann am Nachmittag völlig ausgelaugt zum Hostel zurückkehrten, mussten wir uns erst einmal im hauseigenen Spapool entspannen. Kann man natürlich aushalten so.

Nach einem weiteren netten Abend mit meinen neuen Bekanntschaften ging der letzte wirkliche Urlaubstag in Neuseeland vorbei.

Am nächsten Mittag schloss ich mich Bruno für die Fahrt nach Auckland an. Auto fahren ist doch deutlich entspannter und dazu noch schneller. So konnten wir die gewonnene Zeit investieren, um auf den Weg einen weiteren Wasserfall anzuschauen. Ein sehr schönes Exemplar!

Der x-te Wasserfall ist ein ganz schöner

Jetzt bin ich in Auckland. Vor hier aus geht es in zwei Tagen heimwärts. Unglaublich.

Euer Sebi

Auf der Suche nach den Hobbits

Samstag, 20.04.2013

Wieder im Regen ging es wieder mit dem Bus nach Hamilton. In Hamilton gibt es eigentlich nichts zu tun, ich nutzte es nur dafür als Basis für meine Tour nach zum Herr der Ringe Hobbiton Filmset. Wie bekannt bin ich eigentlich nicht so der Herr der Ringe Fan, aber ich dachte mir, dass ich mir das schon mal anschauen könnte.

Am Morgen nahm ich dann einen Intercity-Bus nach Matamata, der Startpunkt der Hobbiton-Touren. Jetzt habe ich auch mal die zweite große Fernbusgesellschaft in Neuseeland ausprobiert und muss sagen, dass ich keinen Unterschied erkennen konnte.

In Matamata wurde ich vor dem I-Site abgesetzt, das selbst im Hobbit-Style gebaut wurde. Meine Versuche Fotos von dem Gebäude zu machen scheiterten fast an einer Horde Chinesen, die sich andauernd in allen erdenklichen Posen davor fotografieren ließen.

Dann ging es mit einem anderen Bus weiter mitten in eine Schafsfarm, wo sich das Hobbitdorf befindet. Unser Führer, der selbst ein bisschen wie ein Hobbit aussah, öffnete uns die Pforten und schon waren wir in einer anderen Welt. Der Hammer. Überall in der grünen hügeligen Landschaft, befanden sich kreisrunde Türen zu den Hobbithöhlen, den Behausungen der Hobbits. Gleich hatte jeder seine Kamera in der Hand. Ich beschränkte mich im Vergleich zum Rest der Gruppe aus sehr wenige Fotos, hatte meiner Meinung nach aber richtig viele. Dafür lauschte ich dem Vortrag unseres Guides, der echt interessante Fakten wusste.

Immerhin weiß ich jetzt wieso Filme so teuer sind. Der Eichenbaum auf dem Haus von Bilbo und Frodo ist komplett künstlich. Als vor kurzem der neue Hobbitfilm gedreht wurde, musste jedes einzelne der künstlichen Blätter neu angemalt werden.

Zum Abschluss der Tour kehrten wir noch in das Green Dragon ein. Der Pub der Hobbits, der auch im Film vorkommt. Dort gab es ein Bier in den Originalbechern aus dem Film. Sehr cool.

Heimat von Frodo und Bilbo Aussicht auf Hobbiton Willkommen im Green Dragon! Und wo sind jetzt die Hobbits?

Ich bin echt positiv überrascht über die Tour und sehr zufrieden, dass ich sie gemacht hab. Und gutes Wetter hatte ich auch noch!

Grüße,

Sebi

Wo ist Mount Taranaki?

Mittwoch, 17.04.2013

Nachdem mich das schlechte Wetter schon meine ganze Zeit auf der Nordinsel verfolgt hat, nahm ich dann meinen Bus von Whanganui nach New Plymouth wieder im Regen. Zwar regnete es gerade nicht, als ich angekommen bin, aber der Himmel war mehr als bewölkt. So konnte ich leider keinen Blick auf den Mount Taranaki werfen, wofür ich eigentlich in die Stadt gekommen bin und diese auch berühmt ist.

Im Seaspray House, meinem Hostel, hatte ich dann ein riesiges Vierer-Share-Zimmer, in dem ich Jule (natürlich deutsch) kennengelernt, mit der ich mich gleich für den nächsten Tag zum wandern am Mount Taranaki verabredete. Danach ging ich dann auf einen kleinen Stadtspaziergang, bei dem ich den echt schönen Stadtpark anschaute.

Stadtpark im Asia-Style

Aber nächsten Morgen wurden wir dann von unserem persönlichen Shuttlebus abgeholt und in den National Park am Fuße des Berges gebracht. Von dort konnte ich den Mount Taranaki leider immer noch nicht sehen. Frustrierend, drei Tage beim Mount Taranaki ohne ihn einmal zu sehen. Einfach zu wolkig. Zum Glück habe ich ihn im Januar beim Tongario Crossing gesehen, dass einfach mal schlappe 200 km entfernt war.

Blick nach oben Blick nach unten Archivbild: Sicht vom Tongario auf den Mount Taranaki

Für unsere Wanderung haben wir uns eine Kombination aus verschiedenen Wanderwegen ausgesucht, die uns sowohl durch die Baum-, Busch- und Fels-Zone geführt haben. Der Nebel verhinderte leider jegliche Aussicht nach oben oder unten, von der wir glauben, dass sie bei gutem Wetter sehr beeindruckend ist.

Am Abend waren wir dann ziemlich fertig und ruhten uns aus. Für den nächsten Tag wollte ich wieder eine Fahrradtour machen, für die ich fit sein wollte.

Am nächsten Tag schüttete es aber so arg, so dass ich mir schlussendlich dann einen völlig entspannten Tag gemacht hab.

Hier wird das Wetter immer schlechter, daheim hoffentlich immer besser! Ich komme!

Bis bald!

Sebastian

Zurück auf der Nordinsel: Hello Whanganui

Sonntag, 14.04.2013

Nach Nelson stand für mich eine weitere längere Reise an. Mein nächstes Ziel war Whanganui auf der Nordinsel. Die ganze Fahrt in Kurzfassung: Ich nahm den Bus von Nelson nach Picton, die Fähre von Picton nach Wellington, übernachtete im gute alten Downtown Backpackers und fuhr am nächsten Morgen mit dem Bus nach Whanganui.

In Whanganui ging es als aller Erstes zum Friseur, um die mittlerweile wild wachsende Wolle auf meinem Kopf zu zähmen. Danach entschied ich mich für einen kurzen Spaziergang durch die Stadt und auf einen Aussichtspunkt, den man über einen Aufzug mitten im Berg erreichte. Die Aussicht war ganz nett, vor allem, da die Sonne langsam unterging und den Himmel so leicht rötlich färbte.

Whanganui von oben

Für den zweiten Tag habe ich eine Fahrradtour entlang des Whanganui Rivers geplant. So nahm ich mir gleich nach dem Frühstück eines der kostenlosen Hostelfahrräder, das bis auf die fehlende Federung eigentlich gar nicht so schlecht war! Dann gings los, immer der Straße am Ufer entlang. Je weiter ich kam desto weniger Autos begegneten mir, was ich als sehr angenehm empfand. Ab und zu hatte man einen schönen Blick auf den Fluss, so dass ich ein paar Ruderern beim Training zuschauen konnte.

Entlang des Whanganuis

Noch ein Stück weiter fande ich einen Strand mit einer Riesenschaukel, mit der man sich weit auf den Fluss hinausschwingen konnte, um von dort aus dann eine super Aussicht zu haben! Hier verbrachte ich einige Zeit und aß auch mein Lunch, bevor ich wieder zurückfuhr.

Ich auf der Riesenschaukel

Genau als ich wieder beim Hostel war, fing es an heftig zu regnen, sodass mein Plan, noch an die Küste zu fahren, leider nicht mehr möglich war.

Whanganui war sicher kein Highlight, aber ich hatte zwei sehr angenehme Tage hier.

Grüße ;)

Sebi

Goldene Strände im Abel Tasman Nationalpark

Mittwoch, 10.04.2013

Nachdem ich eine Nacht in Christchurch verbringen musste, fuhr mein Bus um 7 Uhr morgens weiter los gen Norden. Mein Ziel war Nelson, das im Prinzip an der Nordküste der Südinsel liegt. Von dort aus wollte ich eine kleine Expedition in den Abel Tasman Nationalpark starten.

Als ich dann nach einer schier endlosen Busfahrt Nelson erreicht hatte, kümmerte ich mich gleich um die Aktivitäten für die nächsten Tage. Am folgenden Tag wollte ich mir die Stadt und den Strand genauer angucken und einen ausgiebigen Spaziergang machen und wiederum am nächsten Tag sollte es in den Abel Tasman gehen.

Den ganzen Tag freute mich auf den Abend, weil es in meinem Hostel jeden Abend kostenlosen Schokoladenpudding und Vanilleeis gab! Sehr lecker!

Am nächsten Morgen regnete es. So fiel mein Spaziergang ins Wasser. Ich war froh, dass ich meine Abel Tasman Tour erst für den nächsten Tag gebucht hatte und machte einen faulen Tag.

Für den folgenden Tag hatte ich eine Kajak and Walk – Tour durch den National Park gebucht. Früh morgens wurde ich mir einem Shuttlebus abgeholt und in ein kleines Dorf namens Marahau am Rande des Parks chauffiert. Dort bekamen wir unsere ganze Ausrüstung und ich traf auf meine Gruppe, die aus vier Doppelkajaks bestand. Ich teilte meines einem anderen Deutschen namens Lars.

Von Strand zu Strand im Kajak!

Der Himmel war am Anfang leicht bewölkt, was im Vergleich zum Vortag echt gut war. Nach einer weiteren kurzen Einführung wurden wir dann auch schon aufs Wasser geschoben, wo wir dann unserer Führerin gefolgt sind. Nach  anfänglichen Schwierigkeiten kamen wir in einen ganz ordentlichen Rhythmus und ganz gut voran. Als wir den Beginn des Parks erreicht hatte, folgten wir der Küstenlinie, wo wir von einer Traumbucht zur anderen gefahren sind.

Überall war das türkisblau Wasser, goldene Sandstrände, braune Felsen und ein saftig grüner tropischer Wald. Unglaublich schön! Irgendwann lösten wir uns dann von der Küste und steuerten eine der größeren Inseln an. Dort trafen wir mal wieder auf unzählige Seerobben, die sich von ihrer nächtlichen Jagd auf den Felsen um die Insel herum erholten.

Unser Ziel war Watering Cove, ein besonders schöner Strand den man auch über die Wanderwege an Land erreichen kann. Dort machten wir dann unsere Lunchpause und versuchten uns mit einer heißen Schokolade aufzuwärmen. Jetzt kam dann auch die Sonne raus und verwandelte die Landschaft um uns herum in ein Paradies!

Schönster Lunch-Pausen-Ort der ganzen Reise!

Da ich der Einzige aus unserer Gruppe war, der die Option mit dem Zurücklaufen gebucht hab, gönnte ich mir noch eine ausgiebige Pause. Der Rückweg dann nicht weniger spektakulär als das Kajaken. Immer wieder konnte man zu Traumstränden runter klettern oder hatte man eine tolle Sicht von oben.

Einfach nur schön

Als ich dann wieder meinen abendlichen Schokopudding aß, war ich sehr zufrieden. Toller Tag!

Liebe Grüße,

Sebi

Mit dem Tranzalpine Train zum Arthurs Pass

Dienstag, 09.04.2013

Hey,

Mein nächstes Reiseziel befindet sich mitten in den Southern Alps. Der Arthurs Pass ist der höchste Pass Neuseelands. Man kann ihn natürlich per Auto oder per Shuttlerbus erreichen, ich zog aber den sogenannten Tranzalpine Train vor, der in vielen Reiseführer als eine der schönsten Zugfahrten der Welt umschwärmt wird.

Zuvor musste ich aber von Punakaiki nach Greymouth kommen. Per Anhalter wollte ich den sehr wenig befahrenen Highway wieder zurück fahren. Weil ich echt Bedenken hatte, bin ich am Morgen meiner Abreise ganz früh aufgestanden. Zwar kamen wirklich nur wenige Autos vorbei, doch nahm mich das allererste Auto mit. Ein super netter Bergbaumanager, dessen Sohn in Heidelberg lebt und für die deutsche Rugby Nationalmannschaft spielt. Hier trifft man echt keine stinknormalen Leute ... :)

Von Greymouth gings dann mit dem Zug auf den Arthurs Pass. Leider spielte das Wetter nicht wirklich mit und auch sonst hat mich die Kulisse nicht wirklich umgehauen. Was solls, ich vertröstete mich auf die zweite Häfte der Fahrt von Arthurs Pass nach Christchurch in ein paar Tagen, die ohnehin der bessere Abschnitt sein soll.

In Arthurs Pass wohnte ich einer schlecht beheizten Jugendherrberge. Sie war meine Basis für meine Wanderung am nächsten Tag. Mein Ziel war der Avalanche Peak, einer der höchsten Gipfel um den Arthurs Pass.

Die 1100 zu überwindende Höhenmeter musste ich zum Glück nicht alleine machen. Gerade am Startpunkt der Strecke traff ich auf Petra aus Wien, mit der ich mich dann an die Klettertour heranwagte. Klettertour ist hier teilweise sogar wörtlich gemeint. Auf unserer Route standen wir das eine oder andere Mal vor meterhochen Felswänden, die man nur kletternd überwinden konnte. Ganz schön spannend.

Als wir uns dem Gipfel näherten, waren wir erstmal enttäuscht. Er war komplett in den Wolken, sodass man wirklich gar keine Aussicht hatte. War uns erstmal egal, wir kletterten trotzdem ganz hoch, halbe Sachen gibts nicht! Oben kamen wir dann mit einem Typ ins gespräch, den ich schon einmal getroffen hatte. Anscheinend sind die Gipfel von irgendwelchen Bergen gute Orte um andere Reisende wiederzutreffen, war nicht das erste Mal!

Gipfel bei unserer Ankunft

Während wir dort oben uns unterhielten, verschwanden nach und nach die Wolken und 20 Minuten später hatten wir plötzlich eine traumhafte 360 Grad Aussicht. Was ein Glück! Und es wurde noch besser. Plötzlich hörte wir den Schrei eines Kea (eine Papageien Art, die es nur in den Bergen Neuseelands gibt), der promt einen Meter vor unseren Füßen landete und gierig auf unsere Lunchpakete starrte. Er blieb nicht der Einzige. Nochmal 20 Minuten später waren wir von mindestens 15 dieser Vögel umgeben. Hammer Moment. Niemand hatte mehr ein Auge für die schöne Landschaft!

Hammer Gebirgslandschaft, ... ..., ein Kea, ... ...,viele Keas,... ... Keas und Aussicht! Was will man mehr?

Als wir abends den Abstieg beendet hatten, konnte ich definitiv sagen, dass das eine der anstrengensten, aber dafür schönsten Wanderungen in Neuseeland war!

Da mein Zug erst am Nachmittag des nächsten Tages abfuhr, blieb mir am Morgen noch ein bisschen Zeit für eine Wanderung. Meine Entscheidung viel im Vergleich zum Vortag auf einen kleinen Spaziergang zu den Devils Punchbowl Falls. Einem riesigen Wasserfall. Dieser war ganz nett, aber eben mal wieder ein Wasserfall, von denen es echt viele in Neuseeland gibt!

Dann war der zweite Teil meiner Zugfahrt an der Reihe. Ich war echt enttäuscht. Wieder machte der Himmel pünktlich zu. Außerdem war nur ein sehr kleiner Teil der Fahrt spektakulär, aber nicht so spektakulär wie ich die ganze Fahrt erwartet habe. Das war wohl eine Fehlinvestition. Aber man kann bei sowas ja nicht immer richtig liegen ;)

In diesem Sinne,

Viele Grüße und bis bald!

Sebi

Zwischenstopp in Punakaiki

Samstag, 06.04.2013

Da es mittlerweile ein bisschen kälter wird und da Gletscher nicht wirklich zu meiner Aufwärmung beitragen, wollte ich unbedingt der Sonne entgegen nach Norden reisen. Wegen einem Tipp bin ich die Westküste hochgefahren, um einen Zwischenstopp in Punakaiki, einem wirklich kleinen Dorf an der Westküste eingelegt.

Dort wohnte ich im Beach Hostel, dass wirklich am Strand lag und wo ich auf Céline, die in meinem Abijahrgang war, traf. Eigentlich plante ich hier nur eine Nacht zu bleiben, aber da ich schon auf der Strecke vom Bus zum Hostel vom Regen total durchnässt wurde, entschied ich mich noch einen Tag auf gutes Wetter zu warten. So hatte ich nach den letzten schon etwas stressigeren Tagen endlich mal wieder Zeit etwas durchzuschnaufen.

Am nächsten Tag war dann tatsächlich schönes Wetter und wir machten uns zu einer Wanderung auf. Punakaiki liegt eigentlich genau im Paparoa National Park, der für seine tropischen Wald bekannt ist. Genau dort ging es hinein.

Im Wald verlief der Weg entlang eines Flusses, der genauso gut durch einen südamerikanischen Regenwald hätte fließen können. Immer wieder gaben die Bäume spektakulär schöne Blicke auf den Fluss frei.

Ein Traum.

Der Weg verlief einige Male unter riesigen Wurzeln und engen Höhlen hindurch. Echt  klasse. Als der Weg dann vom Fluss abbog, verlor der Weg seine Besonderheit, war aber trotzdem noch schön.

Unsere Wanderung endete einige hundert Meter südlich von Punakaiki am Highway. Nur wenigen Meter von den eigentlich Touristen Highlight des Dorfes entfernt: den Pancake Rocks und den Blowholes. Die meisten Touristen stoppen hier kurz, laufen den kleinen Rundweg und steigen wieder in den Bus ein. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich mehr gemacht hab.

Trotzdem begab ich mich nach unseren Wanderung auch noch auf den Rundweg. Es ist auf jeden Fall berechtigt, dass hier so viele Leute vorbeikommen. Die ganze Steilküste besteht aus Felsen, die aussehen wie gestapelte Pfannkuchen.

Die Pancake-Rocks

Außerdem erzeugen die riesigen Wellen der Tasman Sea ein tolles Spektakel, wenn sie auf die zerklüftete Felslandschaft der Küste trifft. Überall spritzt und knallt es. Aus den sogenannten Blowholes, strömt unter lautem Getöse Luft. Eindeutig sehenswert!

Der kleine Umweg war es eindeutig wert!

Viele Grüße und bis bald,

Sebi

Franz Josef vs. Fox Glacier

Mittwoch, 03.04.2013

Hello,

Nach meinen schönen Tagen im Mount Cook Village, wollte ich die Westküste hochreisen und dabei die beiden Gletscher Fox und Franz Josef anschauen. Weil die Strecke nicht an einem Tag zu schaffen war, hatte ich noch eine Nacht in Wanaka. Dort habe ich aber eigentlich nichts angeschaut.

Viele Reisende besuchen immer nur einen der riesigen Gletscher an der Westküste, weil sie meinen, dass sie eh gleich wären. Ich habe mir beide angeschaut, um sie zu vergleichen. Jetzt lasse ich sie gegeneinander antreten:

Übernachtet habe ich jeweils gleichnamigen Ort. Fox-Village ist ein sehr kleines Dorf, mit einem Minisupermarkt, aber keinem Bankautomaten. Da ich mich davor informiert habe, war das für mic kein Problem. Trotzdem musste ich einiges an Essen mitschleppen. Franz Josef ist etwas größer, hat mehr als ein Hostel, so dass man sich das beste Aussuchen kann. In meinem gab es am Abend sogar kostenlose Suppe, die mich nach einem Tag an der mittlerweilen kalte, frische Luft wieder aufzuwärmen. Geldautomat, ein mittlerer Supermarkt, einige Restaurants und ein großen Information-Center statten das kleine Dorf ziemlich gut aus. 1:0 für Franz Josef!

Natürlich bin ich in beide Orte nur wegen den Gletschern gekommen. Weil ich ein sparsamer Backpacker bin, habe ich natürlich keinen Cent in den Transport zum Parkplatz investiert, an denen die Wanderungen zum Gletscher beginnen, sondern bin auch diese Strecke zu Fuß gegangen. Zum Parkplatz des Franz Josef Gletschers ging es die ganze Zeit an einer Straße entlang. Nicht sehr schön. Beim Fox Glacier dagegen, bin ich die ganze Zeit durch einen wunderschönen Regenwald gelaufen. Regenwald und Gletscher kann man wahrscheinlich auch nur in Neuseeland haben! Franz Josef vs. Fox 1:1!

Durch den Regenwald zum Gletscher?

Vom Parkplatz aus lief ich dann den Wanderweg durch das Tal zum Fox Glacier. Dieses war ganz nett, aber nicht sehr spektakulär. Beim Franz Josef Gletscher begann nach dem Parkplatz erst der eigentliche Wanderweg. Dieser verlief erst durch ein kleines Stück Regenwald, von dem man einen kurzen Umweg auf einen netten Aussichtspunkt nehmen konnte. Von dort oben konnte man schön sehen, wie groß der Gletscher einmal gewesen sein muss, da das geröllbedeckte Tal eine riese U-Form hatte. Über dieses Geröllfeld verlief der Weg dann, nachdem ich den Wald verlassen hatte. Langsam aber sicher konnte man den Gletscher am Ende des Tals ausmachen. Kurz vor dem Endpunkt des Weges lief man noch an einem riesigen Bogen aus Eis vorbei. Franz Josef geht wieder mit 2:1 in Führung!

Riesiger Eisbogen

Als ich dann auf der Viewing-Plattform des Franz Josef war, war ich etwas enttäuscht. Zwischen mir und den Gletscher befand sich immer noch ein großer Geröllhügel, der mir die Sicht auf die Eismassen etwas einschränkte. Außerdem hatte ich nicht wirklich das Gefühl ziemlich nah zu sein und meine Sicht hatte sich im Vergleich zu der am Beginn des Tales nicht bedeutend verändert. Die Sicht auf den Fox Gletscher hingegen ist deutlich spektakulärer. Hier kann man den Gletscher sowohl von unten als von oben betrachten. Wenn man vor dem riesigen Gletschertor steht, wird einem die Größe dieses Gletschers zum ersten Mal bewusst. Von oben kann man sehr weit in das eisbedeckte Tal hinein sehen, das im Vergleich zum Franz Josef Gletscher sehr „saubere“ Eis bestaunen, Gletscherspalten sehen und den Gletscherwanderern zugucken wie sie wie Ameisen auf ihrem Berg aus Eis herum wuselten. Deutlich besser! Da der Gletscher natürlich die Hauptdisziplin ist gibt er zwei Punkte. Endstand: Franz Josef 2:3 Fox Glacier!

Der Fox Glacier ... ... schägt den Franz Josef knapp!

Ich hatte mich gegen eine teure, geführte Wanderung auf den Eis entschieden und habe so einiges Geld gespart und trotzdem viel gesehen.

Eisige Grüße,

Sebi ;)

Überragender Mount Cook

Samstag, 30.03.2013

Nach einer Nacht in Queenstown war mein nächstes Ziel der höchste Berg Neuseelands: Mount Cook, der 3755 Meter hoch ist. Auf meiner Route ist das ein kleiner Umweg, den ich mir aber absolut nicht entgehen lassen wollte.

Mit dem Bus ging es früh morgens von Queenstown nach Twizel. Von dort hatte ich einen Shuttle Bus gebucht, der mich bis ins Mount Cook Village bringen sollte. Lustig war, dass ich tatsächlich der einzige Fahrgast war. So ließ sich mein Fahrer, der auch einige Jahre Busfahrer in Europa war und auch einige Male in Basel und Freiburg war, es sich nicht nehmen mein Touristenführer zu sein und erzählte mir alles über Mount Cook und über die Landschaft durch die wir fuhren. Nach einigen Fotostopps gab es noch ein paar Tipps für meine zwei Tage im Mount Cook National Park.

Da ich im Fjordland doch einiges Geld liegen lassen habe, entschied ich mich hier nur auf kostenlose Wanderungen zu beschränken.

Sowohl mein Busfahrer als auch andere Backpacker in Queenstown haben mir den Hooker Valley Track empfohlen. Also bin ich im Hostel angekommen, habe meine Tasche auf mein Bett gelegt, die Wanderschuhe geschnürt und los ging’s! Bei perfektem Wetter lief ich einmal durch das winzige Dorf zu dem Beginn aller Wanderrouten.

Zuerst verlief der Weg durch kleine Buschwälder und über Holzstege zu Anfang des Hooker-Tals. Dort verfolgte ich dem Hooker River, den ich während der Wanderung mehrere Male spektakulär mit einer leicht wackeligen Hängebrücke überqueren musste.

Über diese Brücke muss ich gehen!

Sobald ich das Hooker-Valley erreichte, hatte ich die ganze Zeit einen perfekten Blick auf den höchsten Berg Neuseelands. Keine einzige Wolke war im Weg. Herrlich!

Das Ziel der Wanderung war der Hooker-Lake, der Gletschersee des Hooker-Gletschers unterhalb des Mount Cooks. Es war schon ein bisschen seltsam als ich ziemlich fertig im T-Shirt an dem See ankam und plötzlich ein Eisberg an mir vorbeischwamm!

Eisberge?!Mount Cook und Hooker Gletscher

Am zweiten Tag wollte ich zur sogenannten Mueller Hut hochklettern. Diese Wanderung sollte etwas anstrengender als die Erste sein und deutlich länger dauern. Diesmal brach ich aber nach der Hälfte ab, weil mir den Wind zu stark und zu kalt wurde und ich nicht genug Jacken dabei hatte. Wäre ja blöd wenn ich mich jetzt einen Monat vor Schluss noch erkälten würde.

Ich hatte zwei super schöne Tage in Mitten der Berge. Weiter geht’s zur Westküste.

Bis bald!

Sebi

 

Hartnäckiges aber wunderschönes Fjordland

Mittwoch, 27.03.2013

Von Queenstown ging es weiter mit dem Auto von Timm und Niko nach Te Anau, einer der wenigen Städte im Fjordland. Hier hatte ich für mich zwei Tage geplant. Am ersten Tag wollte ich mit Timm und Niko zum Milford Sound fahren, am Zweiten wollten Gwen und ich in den Doubtful Sound. Ehrlich gesagt ist einer meiner solchen Reisepläne aufgegangen, auch diesmal nicht.

Tag eins begann sehr nebelig und regnerisch, worüber sich die Einheimischen nach einer langen Dürre gefreut haben, wir aber nur mäßig begeistert waren. Trotzdem  machten wir uns auf den Weg zum Milford Sound. Gleich zu Beginn ignorierten wir ein riesiges Schild, dass uns verraten hätte, das die Straße kurz vor Milford gesperrt ist. So sind wir leider zweimal 100 km umsonst gefahren.

Am zweiten Tag stand unsere Doubtful Sound Tour an. Mit Gwen ging es nach Manapouri, wo unsere Tour starten sollte. Das Wetter spielte heute einigermaßen mit und Straßen, die gesperrt werden können, gab es auf unserem Weg auch nicht. Ehrlich gesagt gibt es überhaupt keine Straße über die man mit dem Auto zum Fjord kommen würde.

Unser erstes Ziel war das Manapouri Kraftwerk, ein Fließwasserkraftwerk tief unter der Erde, das von Wasser aus dem Lake Manapouri betrieben wird, welches über unterirdischen Tunnel in den Doubtful Sound fließt. Mit dem Bus ging es direkt in einen Tunnel hinein, der uns Stück für Stück unter die Erde brachte, bis wir die Turbinenkammer erreicht hatten, welche tief unter den Bergen in den Felsen gesprengt wurde! Ein sehr beeindruckender Bau!

Danach fuhren wir über eine Schotterstraße, die nur für den Kraftwerkbau über die Berge zwischen dem See und dem Fjord gebaut wurde. Immer tiefer drangen wir in die Wildnis ein und sahen immer wieder spektakuläre Wasserfälle, die durch die Regenfälle der letzten beiden Tage zusätzlich gespeist wurden. Irgendwann erreichten wir dann den Punkt, an dem man das erste Mal einen Blick auf den Fjord werfen konnte. Zwischen steilen, baumbewachsenen Hängen schlängelt sich das Wasser ziemlich weit ins Landesinnere.

Doubtful Sound von oben

Deep Cove ist der einzige Ort am Doubtful Sound mit sage und schreiben einem einzigen Einwohner, der uns sogar zu gewunken hat. Von hier aus bestiegen wir unser Schiff und die Fahrt ging los. Einen großen Teil der Fahrt verbrachten wir auf dem Frontdeck, wo wir uns den Wind um die Ohren blasen lassen und die wunderschönen grünen Berge um uns herum betrachtet habe. Toll! Unsere Fahrt ging bis zu dem Punkt an dem der Fjord in den Ozean mündet und an dem James Cook vor 200 Jahren daran gezweifelt hat, ob er, wenn er mit seinem Schiff in den Fjord hinein fahren, auch wieder hinaus kommen würde. Deshalb heißt dieser Fjord jetzt Doubtful Sound (to doubt = zweifeln).

Den starken Wind erkennt man nur an meiner Kapuze :)

Hier befindet sich auch eine große, felsige Insel, auf der sich eine Robbenkolonie befindet. Mittlerweile habe ich schon an verschiedenen Orten auf der Südinsel Robben gesehen, aber die Art und Weise wie diese Tiere auf dem Felsen faulenzen ist einfach der Hammer!

Was ein Leben!

Auf unserer Rückfahrt bogen wir noch in einen der Seitenarme ein, wo die Steilhänge noch deutlich steiler und spektakulärer sind. Hier durften wir auch den „Sound of Wildernes“ erfahren. An einem Punkt an dem in einem Radius von etwa 100 km keine wirkliche Zivilisation gefunden werden kann, schaltete der Kapitän die Motoren aus und bat alle Passagiere leise zu sein. So lauschten wir einige Minuten lang dem plätschern der Wasserfälle und den Gesängen verschiedener Vögel ohne ein einziges unnatürliches Geräusch zu hören. Unglaublicher Moment.

Als ich am Abend wieder im Hostel ankam, entschied ich mich dafür, noch eine Nacht länger zu bleiben und am nächsten Tag zum Milford Sound zu fahren, um einen Vergleich zu haben. Ich entschied mich hinter zu trampen, genoss es aber zu sehr auszuschlafen und scheiterte dann. Niemand nahm mich mit, wahrscheinlich fuhr zu dieser Zeit auch niemand mehr hinter. Meine Laune war zum ersten Mal seit langen wieder etwas schlechter, weil ich diesen Tag meiner Meinung nach verschwendet habe.

Trotzdem wollte ich den Milford Sound definitiv sehen, aber keine Nacht länger bleiben. Am Abend checkte ein britisches Paar im Hostel ein, mit den ich schnell ins Gespräch kam. Es stellte sich heraus, dass sie am nächsten Morgen sehr früh in den Milford Sound fahren, um dort eine Kajak Tour zu machen. Ich entschloss mich ihnen anzuschließen. So war mein Plan für den nächsten Tag: Früh morgens mit den beiden Londoner zum Milford Sound zu fahren, mich dort umzugucken, dann wieder nach Te Anau zurück zu trampen,  dort meinen Backpack aufzusammeln, um mit diesem dann wieder nach Queenstown zu trampen. Nach den letzten Tagen glaubte ich selbst nicht dran, dass dieser Plan einwandfrei aufgehen würde.

Um 8 Uhr Morgen des nächsten Tages beobachtete ich, wie die Sonne langsam über den Milford Sound aufgeht. Während der spektakulären Fahrt musste ich aufpassen, dass ich nicht einschlafe. Um 5 Uhr aufstehen war ich nicht mehr gewohnt. Ich spazierte ein bisschen am Ufer entlang. Der Blick war wunderschön. Erst waren die dunklen, steile Berge um das Wasser bläulich, die Sonne verwandelte dieses Blau aber in ein saftiges, dunkles Grün.

Milford Sound kurz nach Sonnenaufgang.

Als ich im Terminal der Ausflugschiffe gelandet bin, entdeckte ich einen günstigen Cruize durch den Fjord. Und da ich erst am Morgen erfahren habe, dass ich noch etwas Geld gespendet bekommen habe, entschied ich mich spontan für eine Schiffsrundfahrt. Danke Walli!

Der Milford Sound ist deutlich kleiner als der Doubtful Sound und wird deutlich öfters von Touristen besucht. Absolut zurecht! Hammer Gefühl wenn man auf dem Meer fährt und wenige Meter vom Schiff entfernt ein 1500 Meter Berg steil aus dem Wasser sticht.

Als dann am Ufer des Fjords entlang schipperten kam plötzlich eine kleine Delfin-Schule auf uns zu und verschwand unter unserem Boot. Ich dachte sie würden unter uns hindurch tauchen und dann verschwinden, trotzdem lugte ich von meinem Platz vorne am Bug kurz über die Reling. Die Delfine waren keineswegs verschwunden, sondern schwammen direkt unter oder vor uns. In dem Moment als ich sie sah, sprang schon einer von ihnen hoch und machte mich und meine Nachbarn ganz schön nass. Echt lustige Tiere, die aber echt schwer zum fotografieren sind.

Auf den andern Fotos sieht man nur sprizendes Wasser :)

Auf dem Rückweg schauten wir uns einen der Wasserfälle noch von der Nähe an. Wir waren so nahe, dass ich schnell die Kamera einpackte. Plötzlich regnete es. Erst jetzt konnte man wirklich erkennen wie riesig dieser Wasserfall ist. Durch die noch riesigeren Berge außen herum ist das zurerst gar nicht aufgefallen.

Milford Sound bei Tageslicht

Als ich wieder im Hafen stand setzte ich meinen Plan sofort durch. Da dieser Eintrag eh schon ewig lang ist kürze ich an dieser Stelle ab: Am Abend gab es einen Fergburger am Strand in Queenstown! Der Plan hat geklappt, ich bin glücklich!

Viele Grüße!

Sebastian

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